Holz – ein Geschenk der Natur

Holz – ein Geschenk der Natur

Die außergewöhnliche Wirkung von Holz auf unsere Gesundheit ist wissenschaftlich erwiesen. Nicht nur direkt im Wald, sondern auch in Wohnräumen schenkt uns Holz Entspannung und Lebenskraft.

Urkraft Wald

Wahrscheinlich haben wir es alle schon erlebt. Ein Spaziergang im Wald steigert unser Wohlbefinden und lässt uns zufriedener und glücklicher wieder nach Hause kommen.

Abgesehen von der Bewegung an sich und den vielfältigen optischen und auditiven Wahrnehmungen, die uns die Natur bietet, schenkt uns der Wald eine besonders wertvolle Atemluft. Waldluft enthält wesentlich weniger Staubteilchen und transportiert ätherische Öle aus den Bäumen, die unserer Lunge Regeneration ermöglichen und auf den gesamten Organismus positiv wirken.

Terpene als Geschenk der Natur

Bäume setzen sogenannte Terpene frei. Dies sind organische Verbindungen, sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die aus Blättern, Nadeln und Pflanzenteilchen stammen. Es gibt rund 8000 unterschiedliche Formen dieser bioaktiven Substanzen. Sie stärken unser Immunsystem, in dem sie unsere körpereigene Killerzellen aktivieren und vermindern so auch das Krebsrisiko. Das Stresshormon Cortisol verringert sich, Blutzuckerspiegel und Blutdruck können sinken.

Gemäß dem Biologen und Autor Clemens G. Arvay steigert ein einziger Tag im Wald die Zahl der natürlichen Killerzellen im Blut um fast 40 %. Dieser Effekt hält nach einer Untersuchung der Nippon Medical School in Tokio 7 – 30 Tage an. Auch Depressionen und Ängste können durch den Aufenthalt im Wald gelindert werden.

Holz entstresst

Wenn wir Holz berühren, wird der Blutdruck deutlich geringer. Es wirkt beruhigend und vermittelt uns ein Gefühl der Geborgenheit und Natürlichkeit. Kontakt mit künstlichen Materialen wie beispielsweise Aluminium, Plastik oder Stahl führt hingegen in unserem Körper nachweislich zu einer Stressreaktion.

Die wunderbaren Eigenschaften von Holz haben somit auch Auswirkungen auf den Einsatz als Bau- und Oberflächenmaterial. Denn auch der Aufenthalt in Räumen, die mit Massivholz ausgestattet sind, wirkt sich nachweislich positiv auf unsere Gesundheit aus. In unseren Breiten verbringen wir rund 90 % in Innenräumen, sodass es sich lohnt, auf ein gesundes Raumklima zu achten.

Gemäß mehreren wissenschaftlichen Studien wirkt sich Holz auf unsere Stimmung positiv aus. Auch in Innenräumen mit Holzausstattung sinkt der Blutdruck und der Puls. Die direkte beruhigende Wirkung auf unser Herz-Kreislauf-System sowie den Vagus-Nerv konnte schon mehrfach nachgewiesen werden. Der Vagus-Nerv ist der größte Nerv des Parasympathikus, der zahlreiche Körperfunktionen reguliert.

Nach einer Untersuchung der Universität Graz waren beispielsweise Schüler, die in mit viel Holz ausgestatteten Klassenräumen lernen durften, viel entspannter, zeigten weniger aggressives Verhalten und sparten pro Schuljahr 8.600 Herzschläge. Bei diesem Versuch waren die Holzarten Eiche, Tanne, Fichte, Buche und Zirbe im Einsatz.

Eine weitere Erkenntnis einiger Schlafversuche konkret zur Zirbe. Pro Nacht sparten Testschläfer im Zirbenholz-Bett jeweils 3.600 Herzschläge pro Nacht. Dies entspricht rund einer Stunde Herztätigkeit.

Eine weitere Studie zeigt: Gemessen an der elektrischen Leitfähigkeit der Haut ist der Stressspiegel beim Aufenthalt in einem Arbeitszimmer mit Möbeln aus Holz im Vergleich zu anders ausgestatteten Arbeitsräumen am niedrigsten.

Holz schafft somit ein gesundes, natürliches Raumklima und ist aufgrund seiner sehr guten Dämmeigenschaften, der natürlichen Tragfestigkeit und Elastizität auch als Baustoff im Trend.

Haus in Holzbauweise


Befragung von 282 Bewohnern in Hinblick auf Verbesserung der Innenraumluftqualität und gesundheitlicher Beschwerden

Quelle: TU München, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, Grafik: proHolz Bayern

Holz und Viren und Bakterien

Einigen Holzarten, beispielsweise Kiefer, Lärche und Eiche wird eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Gemäß einer Untersuchung des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg sterben krankenhaustypische Keime beispielsweise auf Kieferoberflächen schneller ab als auf Kunststoffoberflächen. In einer anderen Untersuchung der Slovak University of Technology Bratislava wurde nachgewiesen, dass unbehandeltes Eichen- und Kiefernholz eine höhere antimikrobielle Wirkung als geölte oder lackierte Holzoberflächen hat. Geölte Oberflächen hatten wiederum bessere Werte als lackierte. Auch die Luftqualität ist in Hinblick auf Mikroorganismen besser.

Nachhaltig nachwachsend

Neben all diesen faszinierenden Eigenschaften von Holz in seiner ursprünglichen Form als „Wald“ sowie als Rohstoff und Baustoff können wir auf die natürliche Reproduktion der Natur vertrauen. Wenn wir die Voraussetzungen dafür schaffen und bewahren, wächst Holz immer wieder nach. Die Bäume, die wir heute pflanzen, gestalten morgen das Lebensumfeld unserer Kinder auf vielfältige Weise.